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East Coast To Go


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East Coast To Go


Es ist Anfang Oktober, Friedi und ich stehen in einem Fotofachgeschäft in Stuttgart und philosophieren über gute Objektive und was man damit anstellen könnte, wenn man bloß die Zeit und das Geld dafür hätte. Wir fragen nach einem bestimmten Objektiv. Der Verkäufer grinst uns an und meint, es sei noch ein Gebrauchtes zu haben - Top-Zustand. Keine Mängel, dafür mit Rabatt. Die beiden kleinen Schwaben in uns jubeln und wir schlagen zu. Anschließend schauen wir noch kurz im „Kauf Dich Glücklich“ vorbei. Reopening - hatten die überhaupt zu? Wie auch immer, zwischen Zuckerwatte und hippen Klamotten sagt Friedi: „Oh, Ilkay, ich würde so gerne verreisen.“ Boooom! Da lag er plötzlich in der Luft, dieser bittersüße Geruch von Fernweh. Vielleicht war das aber auch nur der Geruch des Rosmarin-Salz-Popcorns, das es auf der Reopening-Party zu snacken gab? Auf jeden Fall hatte ich plötzlich wieder diesen starken Drang, zu verreisen. Wir versinken in Gedanken und malen uns die Reise aus. Aus einem Schwelbrand wird ein Inferno. Jetzt. Sofort. Den Laden verlassen und los. „Friedi, ich komm mit. Muss nur kündigen.“ „Jaja, das meint jeder, aber niemand kommt dann wirklich mit!“, sagt sie. Man kann die Enttäuschung hören. Zwei Wochen später habe ich gekündigt.