Bevor es losgeht, noch ein paar Worte zu unserem Weg. Grundsätzlich sind wir auf dem "American Discovery Trail" unterwegs aber wir sind da flexibel und nehmen auch andere Routen oder Umwege. Am Ende wollen wir in Boston ankommen, da unser Flug nach Deutschland von dort startet. Wir lassen uns treiben und planen nur Schritt für Schritt. Vielleicht führt das manchmal zu Unklarheiten über unser Gesamtziel. Falls ihr noch Fragen habt könnt ihr sie am Ende der heutigen Präsentation stellen. Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

Momentaner Standort: Grand Junction. Foto: Google

Momentaner Standort: Grand Junction. Foto: Google

Unser Zelt steht im "Arches Nationalpark" bei Moab in einem "Wash". Das ist ein Flussbett in dem gerade kein Wasser fließt. Ich habe schlechte Laune, da meine Kamera womöglich defekt ist. Sie hat, glaube ich, zu viel Wasser abbekommen. Wenn man die Tasten auf der Rückseite oder das Wählrad nutzt, geschehen willkürliche Dinge auf dem Display. Ich habe versucht die Tasten mit meinem Blasebalg vom Wasser zu befreien, jetzt kann ich nur noch warten, hoffen, dass alles verdampft und die Kamera morgen in die Sonne legen. Wenn ihr nach dem Arches Nationalpark noch Fotos von mir seht, dann funktioniert die Kamera. Ich dreh' am Rad, falls das Teil den Geist aufgibt. Man, Zähne putzen muss ich auch noch. Später. Erst berichte ich euch von den letzten Tagen.

Nach unserem Abschied von Trevor und Jason haben wir uns vor die Tankstelle beim Blondies gestellt und unsere Arme orthogonal zur Fahrtrichtung mit erhobenem Daumen ausgestreckt. Wie Angler die warten, dass endlich ein Fisch anbeißt. Wir müssen hier wieder trampen, da zwischen Hanksville und Green River, oder gar Moab, keine Möglichkeit besteht, um an Nachschub zu kommen. Bei euch müsste es gerade etwas wärmer werden, wir jedoch haben hier richtige Urlaubsstimmung. Die Sonne scheint, Wohnmobile und Mini-Vans gefüllt mit Familie passieren uns. Ich wende meinen Körper beim Warten, sodass beide Seiten kross werden. Wir hatten schon drei Angebote aber wir mussten leider ablehnen. Sie fahren nur einen Bruchteil der Strecke nach Moab und wir wären dann im Nirgendwo. Immer weniger Autos fahren vorbei und es wir langsam dunkel. Fast haben wir die Hoffnung aufgegeben, als eine junge Frau anhält. Sie fährt bis Green River, von dort müssten wir wieder unser Glück versuchen. Wir steigen ein. Wir werden schon jemanden finden. In Green River angekommen lässt sie uns an einer Tankstelle raus. Es ist bereits dunkel. Wir fragen einige Leute ob sie nach Moab fahren aber bleiben erfolglos. Friedi geht sich ihre Hosenbeine anzippen, da es auch ziemlich kalt geworden ist. Immer wieder kommen wir mit Leuten ins Gespräch. Meistens wegen unseren Schneeschuhen. Ach, ja, die Teile schleppen wir immer noch mit uns rum. "Are you expecting some snow?" Oft werden wir so oder so ähnlich angesprochen. Mit einem älteren Mann in einem blauen, langärmeligen Shirt und seiner Frau unterhalten wir uns etwas länger. Sie würden uns sofort nach Moab mitnehmen, wenn sie dorthin fahren würden. Tun sie aber nicht. Naja, trotzdem sehr nett von ihnen. Das Gespräch kommt zum Schluss und die beiden rauschen in die Nacht davon. Friedi und ich wägen ab, wo wir unser Zelt hinstellen können. Uns nimmt heute sowieso niemand mehr mit. Neben uns parkt ein Auto in dem ein älteres Ehepaar sitzt. Der männliche Teil des Paares steigt aus und läuft in Zeitlupe Richtung Eingang der Tankstelle. Ich gehe auf ihn zu und frage, ob er Richtung Moab fahre. Er schaut grimmig und wird noch langsamer. "No, I'm not driving to Moab!", antwortet er mir gehässig als er sich von mir abgewandt hat. Ich glaube, der will mich nicht mitnehmen. Ich wünsche ihm eine gute Nacht, woraufhin er etwas in seinen nicht vorhandenen Bart nuschelt und anfängt zu nicken, wie diese Hundefiguren die man auf die Hutablage stellt. Vom Parkplatz des gegenüberliegenden Motels ruft jemand etwas. "Wer brüllt denn um diese Uhrzeit herum?", fragt sich meine deutsche Gehirnhälfte. "Hey, the two backpackers!", ruft der Mann und wirbelt mit seinen Armen umher. Ich schaue mich um und halte nach Backpackern Ausschau aber außer Friedi und mir ist hier niemand entsprechendes. Daraufhin gehe ich ein paar Schritte auf ihn zu und erkenne das blaue, langärmelige Shirt. Oh nein, der hat doch wohl nicht gerade... Doch, er hat Friedi und mir ein Zimmer im Motel besorgt. Man, ist uns das unangenehm. Sehen wir so hilfsbedürftig aus? Ich hoffe nicht. Muss wohl an unserem Gestank liegen. Die letzte Dusche liegt über eine Woche zurück. Danke, liebe, fremde Menschen. Wenn alle so wären wie ihr, dann wäre die Welt ein besserer Ort. Yay, duschen!

Am nächsten morgen gehen wir zum Frühstücksbüffet. Es hat diesen Namen eigentlich ganz und gar nicht verdient. Nicht, dass ich mich beschweren will, wir wurden ja dankenswerterweise eingeladen aber ich beschreibe es mal kurz. Es gibt Toastbrot oder Waffeln, als Belag Butter oder Marmelade in kleinen Plastikverpackungen und als Alternative gibt es Cornflakes. Geschirr und Besteck sind ebenfalls aus Plastik. Nach unserem ausgeprägten Frühstück ragt ein meterhoher Müllhaufen auf unserem Tisch auf. Check out und weiter. Team Eastcoasttogo steht am Highway Richtung Interstate. Die Straße an der wir stehen hat eine leichte Steigung. Ein schwerer LKW würde hier nicht für uns anhalten. Also versuchen wir es nur bei Autos aber jedes rauscht an uns vorbei. Mal sind sie voll, mal hat es nur einen Platz oder sie sind leer aber man will keine Fremden mitnehmen. Bei einem weißen Pick-Up Strecke ich wieder meinen Daumen heraus, bis ich erkenne, dass es ein Polizeifahrzeug ist. Die Dachbeleuchtung ist sehr schmal, sodass sie mir nicht aufgefallen ist. Peinlich berührt senke ich meinen Daumen und fange an zu lachen, genauso der Polizist. Ich sage Friedi immer wieder, dass das nächste Auto uns mitnimmt aber natürlich liege falsch mit dieser Annahme. Aus Langeweile strecke ich bei einem Trucker meinen Daumen hoch. Er fährt vorbei und ich schau nach weiteren Fahrzeugen die auf uns zu fahren. Hinter uns wird es aber in diesem Moment lauter, Bremsen quietschen, ein Motor dreht hoch, es scheppert. Ratet mal was in ungefähr 100m Entfernung zum Stillstand gekommen ist? Friedi und ich sind uns nicht sicher ob er wegen uns hält aber das können wir schnell herausfinden. "Where are you heading?", frage ich den Fahrer. Er fährt nicht nach Moab aber er kann uns beim nächsten Interstate-Kreuz rauslassen. Der kleine Junge in mir macht einen Freudenhüpfer und ich hieve unsere schweren Rucksäcke nach oben. Friedi und ich quetschen uns auf den Beifahrersitz. Schöne Aussicht von hier oben. Es ist einer dieser klassisch, amerikanischen Laster mit langer Haube, Chrom und einem Auspuffrohr auf jeder Seite, das in die Luft ragt. Endlich können wir in so einem Riesenbrummi mitfahren. Der Fahrer ist wie aus einem Klischeetruckerbuch. Truckercap, dreckiges Feinripp-Unterhemd, schiefe Zähne, Plautze, unrasiert aber supernett. Ich verstehe nur die Hälfte, von dem was er sagt, da er einen Südstaaten-Dialekt spricht. Zumindest reime ich mir das so zusammen, da er aus Florida kommt. Er rät uns in den Arches Nationalpark zu gehen, was wir sowieso vor hatten und er erzählt uns, dass in Moab gerade ein Event für Geländewagen stattfinde. Im Innenraum ist ganz schön viel Platz. Hinter den Sitzen ist die Schlafkabine mit zwei übereinanderliegenden Betten. Sie sehen unbenutzt aus, was nicht heißen soll, dass sie sauber aussehen. Im Truck ist es ziemlich dreckig und es liegt viel Zeug herum. Wir überholen einen anderen Laster. Kurze Zeit später überholt uns dieser wieder. Unser Fahrer lässt sich das aber nicht gefallen, er setzt wieder für einen Überholversuch an. Wäre ich in einem Auto hinter den beiden Elefanten, die sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben, würde ich mich ziemlich aufregen aber hier an vorderster Front ist es ganz lustig. Zentimeter für Zentimeter schiebt sich ein Laster am anderen vorbei. Ich beobachte beide Fahrer. Sie gucken sich gegenseitig nicht an. Irgendwann gibt unser Fahrer nach.

Wir kommen unserem Zwischenziel näher. Eigentlich würde ich gerne ein Portrait von unserem Trucker machen. Durch die Dachluke kommt schönes, weiches Licht. Ich zögere jedoch zu fragen. Ach, immer das Selbe. Ich traue mich nicht und anschließend bereue ich es für Ewigkeiten. Das war eine einmalige Chance aber ich habe sie mal wieder vertan. Wir steigen aus. Mal schauen wie wir von hier weiterkommen. Unser Standort ist die Kreuzung von Interstate 70 und Highway 191, es gibt keine Raststätte oder ähnliches. Alle fahren weiter. Auffällig viele Geländewagen, Marke Jeep, fahren Richtung Moab. "Die Fahrt mit dem Truck war viel zu kurz!", denke ich mir als wieder so ein Riese zu uns abbiegt. Daumen raus. Heute ist "Truckday"! Wisst ihr wieso? Weil wir wieder einen Logenplatz über dem Highway haben. Dieses Mal fährt uns Lateef. Er kommt aus dem Irak und studiert eigentlich irgendwelche Ingenieurswissenschaften, habe leider vergessen welche. LKW fährt er nur, um die Studiengebühren zu bezahlen, die hier enorm hoch sind. Er kommt manchmal mehrere Wochen nicht nach Hause und fährt durch die ganzen Vereinigten Staaten. Er war schon in fast jedem Bundesstaat. Unsere Straße geht bergab und schlängelt sich durch ein Tal. Wir überqueren den Colorado River. Der Farbe entsprechend würde eher "Braunado" passen. Ebenfalls in diesem Tal, umgeben von steilen roten Felswänden liegt Moab. Lateef lässt uns mitten auf der Main Street raus.

Von hier aus machen wir uns auf den Weg zum Hostel "Lazy Lizard", das hat uns Jason empfohlen. Wir folgen der Hauptstraße für über eine Meile, bevor wir auf der linken Seite das Hostel finden. Unterwegs kommen wir an Restaurants und Hotels vorbei. Die Straße wird fast ausschließlich von modifizierten Jeeps bevölkert, mit freistehenden Rädern, die mir bis zur Brust gehen und die Karosserie ist teilweise nur noch ein Gitterrohrrahmen. Wir haben uns die beste Woche ausgesucht. Es ist die 50. Jeep Safari in Moab. Glücklicherweise ist das Hostel günstig, denn der Rest der Stadt ist touristisch und sehr teuer. Hier bleiben wir erstmal für ein paar Tage, da wir im Arches Nationalpark wandern wollen, der kurz vor Moab liegt.

Um zum Eingang zu kommen müssen wir einen großen Teil der acht Kilometer auf der Straße laufen, da es keinen Gehweg gibt, wie so oft in den USA. Einen Fußgängereingang suchen wir auch erfolglos aber es gibt laut Tafel ein Ticket für Fußgänger. Friedi und ich stellen uns also zwischen die Autos. Hinter uns ein schwarzer Nissan SUV. Die Frau am Schalter schaut skeptisch auf unser nicht vorhandenes Fahrzeug. Wir bitten um zwei Tickets für Fußgänger. "What do you want to do here?" Na, wandern, campen und die Bauwerke der Natur begutachten, gute Frau. Sie belehrt uns, dass es einige Kilometer bergaufwärts und dann weiter über die Straße geht und campen kann man nicht, wir sollen im Besucherzentrum nachfragen, anschließend zu ihr zurückkommen, wenn wir das immer noch machen wollen und unsere Tickets lösen. Na, gut. Besucherzentrum. Wir bekommen einen "Backcountry camping permit". "Ihr dürft in folgenden Bereichen campen. Hier, hier, hier und hiiiiier." Aha, geht also doch. Zwar mit einigen Bedingungen aber es geht:

1. Die Wüste lebt. Auch wenn man nur Sand sieht, gibt es Vegetation. Also nicht querfeldein laufen.

2. Wir müssen zum Campen in einen Wash und diesem mindestens eine Meile (1,6km) folgen bevor wir unser Zelt aufschlagen.

3. "Solid human waste has to be buried 3-6 inches deep." (Solider Menschenabfall. Ich muss lachen. Soll heißen, wir sollen unsere Briketts vergraben. Kein Problem, beim Besucherzentrum wollte ich die nicht abgeben.)

4. Kein Feuer, nur Gaskocher.

5. Und so weiter

Blick von den Serpentinen Richtung Moab. Foto: Ilkay

Blick von den Serpentinen Richtung Moab. Foto: Ilkay

Erste Gesteinsformationen zeigen sich. Foto: Ilkay  

Erste Gesteinsformationen zeigen sich. Foto: Ilkay  

Friedi in der Park Avenue. Foto: Ilkay  

Friedi in der Park Avenue. Foto: Ilkay  

Friedi und ich laufen die Serpentinen hoch. Manche Autos hupen und die Fahrer zeigen uns Daumen hoch. Ein Fußgängerweg ist nicht vorhanden, wir laufen am Straßenrand. Auf dem Plateau erreichen wir nach einiger Zeit einen Trail, den wir natürlich nehmen, denn es ist echt unangenehm, wenn dauernd Autos an einem vorbeirauschen. Der Trail ist vielleicht eine Meile lang und trifft am Ende wieder auf die Straße und einen Parkplatz, der ungefähr folgendermaßen beschildert ist: "Park Avenue hikers pick up zone". Sprich, einige gehen die Meile wandern und ein Glücklicher darf im Auto bleiben. Er holt die Wanderer nach ihrer knapp zwei Kilometer langen Odyssee ab. Wir haben kein Auto, sonst hätte ich Friedi natürlich abgeholt.

Kleiner Überblick  

Kleiner Überblick  

Foto: Friedi

Foto: Friedi

Da wir es heute nicht mehr bis ganz nach oben zum Devils Garden schaffen, überlegen wir wo wir über Nacht bleiben. Friedi möchte in den Wash und dann Richtung Norden laufen. Gesagt, getan, wir sind mitten im Wash. Da die meisten Besucher im Auto bleiben sind wir hier komplett alleine und müssen uns unsere eigene Route suchen. Immer wieder kommt uns der Bach in die Quere, denn komplett trocken ist das Flussbett nicht. Der Fluss hat sich hier tief eingegraben. Die Wände um uns herum werden immer höher, raus kommt man hier nicht. Entweder weiter und nicht wissen, was einen erwartet oder umkehren. Wenn wir nach oben schauen, sehen wir nur den Himmel. Und dieser zeigt sich gerade eher von seiner dunklen Seite. Noch ist es trocken aber wer weiß, was passiert wenn es regnet, vor allem muss es nicht unbedingt in unserer direkten Umgebung regnen sondern Meilen entfernt und irgendwann wäre das Wasser hier. Falls es genug regnet. Ich gehe nur von dem Schlimmsten aus, um mir dann Gedanken zu machen, wie man sich in Sicherheit bringen könnte. Es gibt Sandbänke und kleinere Hügel, die einige Meter hoch sind, also alles gut. Eine zehn Meter Sturmflut wird hier nicht durchkommen, und wenn, dann haben wir sicherlich auch andere Probleme. An den Bäumen, die hier stehen kann man aber gut erkennen, wie hoch das Wasser manchmal steht, auf ungefähr anderthalb Meter Höhe hängen Äste, Gras und andere Vegetation, die vom Wasser angeschwemmt wurden. Langsam aber sicher wird es über uns immer dunkler und erste Tropfen fallen vom Himmel, wir beeilen uns und kämpfen uns weiter vor. Wir nehmen eine Abzweigung nach links, da sie laut Karte weiter nach Norden führt. Just in diesem Moment zieht ein heftiger Wind durch unser Flussbett. Sand und Laub wird durch die Luft geschleudert und peitscht uns ins Gesicht. Es hätte mich nicht gewundert, wenn nach dem heftigen Wind, das Wasser gekommen wäre.

Foto: Ilkay

Foto: Ilkay

Foto: Ilkay

Foto: Ilkay

Wir legen einen Gang zu. Umgefallene Bäume behindern uns. Ein bisschen fühlt man sich wie ein Entdecker, der an einem Ort ist, an dem noch nie zuvor ein Mensch war. Aber vereinzelte Fußabdrücke im Sand zeigen einem doch wieder, dass man nicht Indiana Jones ist. Es ist aber auch beruhigend zu wissen, dass hier auch andere Menschen waren, in den letzten Tagen oder Wochen. Mittlerweile sind wir von mindestens 20 Meter hohen Sandsteinwänden umzingelt und es regnet ziemlich stark aber wir kommen unserem Ziel immer näher, das wir dann auch sehr schnell als solches entdecken. Der Ausstieg ist eine weitere Felswand, die sich vor uns auftürmt. Sackgasse. Friedi wird etwas von der Panik gepackt und wir machen kehrt. Unser schweres Gepäck hindert uns zwar daran wirklich schnell voranzukommen aber wenn man ein wenig Schiss hat, dann kann man auch mit so einem Ungetüm auf dem Rücken wie eine Gazelle über Stock und Stein springen. Meine Knie werden mir das nicht verzeihen. Unsere Klamotten sind durchnässt, die Ponchos haben wir nicht ausgepackt. Priorität eins war, das Flussbett zu verlassen. Das haben wir geschafft aber jetzt wird es kalt ohne Sonne und komplett durchnässt. Des Weiteren müssen wir einen anderen Zeltplatz suchen. Wir laufen im Regen an der Straße entlang Richtung Norden. Natürlich fahren die meisten Richtung Ausgang und die wenigen Autos, die in unsere Richtung fahren haben kein Mitleid mit uns. Ich habe vorhin von dem schwarzen Nissan in der Schlange hinter uns gesprochen und ihr habt euch sicher gefragt, wieso ich in meinem nie endenden Roman unnütze Details hinzufüge. Naja, der Nissan hat angehalten und uns hoch zum Devils Garden gefahren. Mir sind leider die Namen entfallen aber das Paar hat uns am Eingang gesehen und hat jetzt im Regen für uns kehrt gemacht. Danke! Auf der Fahrt hoch hört es auf zu regnen. Dort empfiehlt uns ein Mitarbeiter des Nationalparks einen Wash, den wir auch direkt aufsuchen und unser Zelt aufschlagen. Keine Steilwände, kein Wasser, nur Sand, Zedern und Kaninchen. Traumhaft. Und eine defekte Kamera. Auch das noch. Am nächsten morgen wandern wir alle Arches ab. Fotos mache ist erstmal keine, bis meine camera obscura komplett trocken ist und ich den Schaden beurteilen kann.

Foto: Friedi

Foto: Friedi

Foto: Ilkay Kamera: Friedi

Foto: Ilkay

Kamera: Friedi

Double-O Arch. Foto: Friedi

Double-O Arch. Foto: Friedi

Foto: Friedi

Foto: Friedi

Furchtloses Kaninchen. Foto: Friedi

Furchtloses Kaninchen. Foto: Friedi

Furchtloser Ilkay. Foto: Friedi

Furchtloser Ilkay. Foto: Friedi

Furchtlose Friedi. Foto: Ilkay

Furchtlose Friedi. Foto: Ilkay

Foto: Friedi

Foto: Friedi

Sehr touristisch ist das hier alles. Ich bin froh, wenn wir Moab verlassen können. Ah, meine Kamera funktioniert noch so weit. Leider hat sich eine Taste verabschiedet. Besser als ein Totalschaden. Wir nehmen einen Pfad, der teilweise entlang des Colorado Rivers führt, der "Kokopelli Trail". Nächstes Ziel ist Mack in Colorado. Ganze vier Tage sind wir unterwegs und die Landschaft ist der Wahnsinn. Ich mag es hier viel mehr als im Nationalpark. Wir laufen durch die Wüste, über Hochplateaus, am Fluss entlang und weit und breit ist keine Menschenseele, keine Autos. Solider Menschenabfall. Ich finde es immer noch lustig. Die Grenze von Utah nach Colorado haben wir überquert, leider gab es auf dem Trail kein Schild. Auf den letzten Kilometern nehmen wir einen alten, kaum benutzen Highway mit der Nummer sechs. Friedis linker Fuß ist angeschwollen, da sich vermutlich das Gelenk am großen Zeh entzündet hat. Laufen kann sie nur noch unter Schmerzen. Wir machen einen Kompromiss, wir wandern weiter und falls ein Auto vorbeifährt versuchen wir zu trampen. Zwei weitere Stunden sollten wir noch in der Hitze der Sonne über den Highway trotten bis uns ein weißer Pick-up mitnimmt.

Schlafplatz Nummer 1 auf dem Kokopelli Trail. Foto: Ilkay

Schlafplatz Nummer 1 auf dem Kokopelli Trail. Foto: Ilkay

Fliegende Raupe. Foto: Ilkay  

Fliegende Raupe. Foto: Ilkay  

Friedi und der Colorado River. Foto: Ilkay

Friedi und der Colorado River. Foto: Ilkay

Foto und Beine: Ilkay  

Foto und Beine: Ilkay  

Friedi und eine verlorengegangene Regenwolke. Foto: Ilkay

Friedi und eine verlorengegangene Regenwolke. Foto: Ilkay

Kokopelli Trail. Foto: Friedi

Kokopelli Trail. Foto: Friedi

Der alte Highway 6. Foto: Ilkay

Der alte Highway 6. Foto: Ilkay

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